Tag 74 – Knut mein Schwimmpanzer

1. November
Der erste Akt des Tages war, die Fehler der Vergangenheit auszubügeln. Nachdem wir endlich die Tanke erreichten, wurde ich sehr höflich von der Tankwartin darauf hingewiesen, dass ich in der Tankstelle nicht parken darf. Dabei stand ich nur an der Zapfsäule und habe geschaut wieviel Sprit wir brauchen. Wäre der Sprit an einer anderen Tankstelle nicht 3 Cent teurer gewesen, hätte ich dort getankt. Aber ich kann die Frau verstehen, in der Weltmetropole „Camooweal“ – wer kennt es nicht – war auch so viel los, dass in jeden Moment noch dutzende von Kunden um die Ecke kommen könnten. (Ironiealarm)

Um zu den Fossil Fields zu kommen, mussten wir eine nicht enden wollende, unwegsame Gravelroad fahren und auch zweimal durch einen Fluss – und jetzt kommts – er war nicht trocken!! Die Oberfläche des Betons der flachen Furt im Wasser war sehr rutschig durch die vielen Algen. An den Fossil Fields angekommen, ist mir dann aufgefallen, dass Knuts vorderes Nummernschild etwas auf halb achte hin. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass die Halterung auf der einen Seite gebrochen war… Also musste ich das Nummernschild demontieren, wenn ich es nicht verlieren wollte. Ganz nebenbei interessiert das im Outback eh niemanden und geblitzt wird in Australien auch von hinten, also alles halb so wild.

Danach quälten wir uns durch die Gluthitze und entdeckten tatsächlich echte Fossilien in den Steinen. Das Ausgraben solcher Fossilien ist aber ausdrücklich untersagt und mit 20.000$ Strafe belegt. Deshalb habe ich dann doch davon abgesehen Archäologe zu spielen. 😀 Andererseits wer hätte mich verraten können, mitten im Nichts?

Immer noch unter der Hitze leidend, entschieden wir nicht über „Mount Isa City“ zu fahren, da das ein riesen Umweg gewesen wäre. Ich hatte fünf Tage eingeplant, um von Alice nach Mount Isa zu fahren, im Nachhinein weiß ich beim besten Willen nicht warum. Somit hatten wir noch genug Vorräte und Benzin, weil ich die Strecke nicht genau berechnen konnte. Kurzum, wir fuhren weiter durch‘s Nirgendwo und schliefen dann nahe des „Boodjamulla NP“ schwarz auf dem Zeltplatz. Den Nationalpark hatte ich mir nämlich schon in Darwin für den Fall der Fälle vorgemerkt.

Doch bevor ich den Beitrag hier jetzt beende, muss ich noch zur Überschrift kommen. Denn den Schwimmpanzer-Titel bekommt man nicht, wenn man durch 10 cm Wasser fährt. 😉 😀

Auf der Strecke zwischen Fossil Fields und dem NP – war die Gravelroad dann wieder schön zu fahren, aber das meine ich nicht – musste ich anhalten, denn vor uns waren ca. 10 m durch einen kleinen Creek geflutet. Da keine Flutmarker in der Furt vorhanden waren und die Brühe trübe war, wäre es fahrlässig gewesen, da einfach rein zu rauschen. Es stellte sich heraus, dass der Creek eine kleine Mulde flutete. Das Wasser war knietief und der Untergrund mit relativ großen Steinen bedeckt. All das erkundete ich mit Wasserschuhen und einem Stock – war gar nicht leicht dort einen zu finden. Man weiß ja nie was sich unter der braunen Wasseroberfläche befindet. Mein Travelmate fand die ganze Sache sehr amüsant. Sie meinte ich sähe aus wie Neptun persönlich. Knut meisterte die gestellte Herausforderung – natürlich – ohne Probleme. Deshalb ein weiterer Titel für ihn, neben „Bezwinger des Palm Valley“ und „Der Held vom Ruby Gab“ nun auch „Schwimmpanzer“.

Das Wichtigste zum Schluss. Der Held des Tages hatte an dem Tag auch Geburtstag und ist 18 geworden. Wie sich nämlich herausstellte, ist er nicht 2001 gefertigt worden, sondern im November 2000. Zum Geburtstag gab es von meinem Tavelmate einen kleinen Eisbär – sie konnte ihn nicht im Geschäft zurücklassen und hatte den Eisbär schon ein paar Tage vorher für Knut im „Barkly Homestead“ gekauft. An dieser Stelle noch mal ein dickes Dankeschön von mir und Knut an meine damalige Begleiterin.

Zurück gelegte Strecke:  368,0 km

  • Crocodylus Village, den 12.12.2018  19:04 AEST

Fotos des Tages.

2 Replies to “Tag 74 – Knut mein Schwimmpanzer”

  1. Ich kann es mir bildlich vorstellen, wie Du Dich mit nem Stock im Wasserloch vorwärts stocherst… 🙂 Ich hätte gelegen vor lachen 😛
    Bloß gut das kein Kroko im Wasser gehockt hat.
    Nur schade, das Du deinen Helden nicht mit nach Hause bringen kannst. Wir hätten hier bestimmt viel Spaß mit ihm. Allerdings wäre er heillos unterfordert. 😉

    1. Ich habe ja ihn ja noch eine Weile. 😉
      Außerdem braucht man so ein Auto auch nicht in Deutschland. Obwohl, wenn die nächste Jahrhundertflut in diesem Jahrhundert ansteht, kann man schon mehr Bodenfreiheit gebrauchen.

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