Tag 35 bis 38 – Kakadu NP

Lang lang ist es her, dass ihr was von mir gehört habt. Hier jetzt die offizielle Entwarnung: Ich lebe noch. 😉
Die letzten Tage (23.9. – 26.9.) war ich im Kakadu NP; davor ist nichts passiert. Ja, wie fange ich nun am besten an…

… Am Morgen des 23.9. habe ich – naja eigentlich war es ein Freund von mir – festgestellt, dass der Spritkanister auf dem Dach nicht mehr auf dem Dach ist. Die haben mir wirklich in Darwin vor einem Hotel einen leeren Spritkanister vom Dach geklaut! Tolle Wurst. Wir (mein Freund, mein Travelmate und ich) haben dann am Vormittag noch versucht, einen gebrauchten Spritkanister zu erstehen, denn ohne ist es halt etwas blöd. Ja, in Australien reichen 60l Tankfüllung nur bedingt. Ich komme mit einer Tankfüllung ca. 430 – 480km. Am Ende sind wir dann ohne losgefahren.

Die Hinfahrt war schon sehr spannend. Das erste Mal so richtig durch Australien fahren. Das erste Känguru das ich gesehen habe, war tot im Straßengraben. Ein rotes Riesenkänguru folgte, sowie unzählige Reifen. Neben toten Tieren und ausgedienten Reifen säumten Termitenhügel den Straßenrand. Die sind teilweise richtig riesig, habe nicht nachgemessen, aber die sind schon bis zu 4m hoch.

Der erste richtige Stopp im Park, nachdem wir den Parkpass für 40$ pro Person gekauft haben, waren die „Mamukala Wetlands„. Also ein Feuchtgebiet. Auf dem kurzen Fußweg zu der Aussichtsplattform wurden wir von Kakadus und ein paar Kängurus im Busch begrüßt. Für den „schweren“ Marsch zur Aussichtsplattform, wurden wir mit einem grandiosem friedlichem Anblick belohnt. Neben uns waren nur noch ein paar Leute dort, alle zum Fotografieren oder zum Vögel beobachten. Durch das Fernrohr eines Australiers habe ich dann auch mein erstes Krokodil gesehen. Es war so ca. 1000m von uns weg, in der Mitte des Sees und bestimmt 4m lang – also ein richtiger Oschi!
Pünktlich vor Sonnenuntergang erreichten wir den Campingplatz in der Nähe des „Cahill Crossings„. Der Campingplatz hat 15$ pro Person gekostet und es gab dafür Duschen mit Warmwasser. Die waren sogar besser als die hier im Hostel. 😀 Beim Essen wurden wir dann von den penetranten Fliegen in Ruhe gelassen, denn diese wurden durch tausende Moskitos abgelöst. Unvorstellbar! Es gibt nichts vergleichbares in Deutschland, weder die Fliegen, noch die Moskitos bzw. Mücken sind Zuhause so schlimm wie hier. Die Fliegen am Tag sind aber am schlimmsten, sie kriechen wirklich in die Ohren, die Nase, Mund oder in die Augen, wenn man sie nicht verscheucht. ÄTZEND!!!

 

Am nächsten Tag (der 24.9.) sind wir mit einer Wanderung zum „Ubirr“ gestartet. Eine schöne Landschaft und unzählige Termitenhügel begleiteten uns auf dem Weg zu den Aborigine Malereien. Nach einer kurzen Strecke quer durch den Busch, waren wir dann auf dem richtigen Weg – sonst waren wir den langen Weg außernherum gelaufen. Die Malereien sowie die Aussicht sind unbeschreiblich – sprich ihr müsst auf Fotos warten. 😉
– Die kommen übrigens, wenn ich Zeit dafür finde. Drängeln hilft da auch nicht. ;P –
Nach den Felsmalereien ging es zum „Cahill Crossing“, denn da gibt es Krokodile zu sehen. Und nicht gerade wenige noch dazu. Richtig tolle Stelle für Fotos, nicht nur wegen der Krokos, sondern auch wegen der springenden Fische, die versuchen über die überspülte Straße Richtung Meer  zu kommen.

Danach ging es mit Knut über „Jabiru„, denn Knut hatte Durst, zum „Nourlangie Rock„. Da wir nicht lebensmüde waren, haben wir nicht die 12km Wanderung gemacht, sondern nur die Kleine. Auch hier gab es eine atemberaubende Aussicht und Kunst zum Bestaunen.

Auf dem Weg zum Campingplatz in der Nähe von  „Yellow Water“ bin ich das erste Mal in den Genus des Offroadfahrens gekommen. Und was soll ich sagen? Es. Ist. Der. Hammer!! Einfach nur geil, mit 60-70km/h über die Dreckstraße zu heizen und eine Staubwolke vom Feinsten hinter sich her zu ziehen.  Einziges Manko: alles vibriert wie Sau. Dazu kommt, dass ich fast ein Känguru geplättet hätte, es meinte nämlich, es  müsste aus dem Busch über die Straße hüpfen. Obwohl es ein kleines Känguru war, ist es mit drei Sätzen über die über 5m breite Straße gekommen, richtig schnell die Viecher und knuffig.
Auf dem Campingplatz waren wir alleine, er hat uns 5$ pro Person gekostet – 6$ hatten wir halt nicht passend – und die Ausstattung beschränkte sich auf Mülltonnen und Plumpsklo. Aber auf dem Klo gab es Klopapier und das eigentlich Witzige, einen 1. FC Köln Aufkleber.

 

Von einem Raben geweckt, begann der 25.9. kurz nach Sonnenaufgang – also so nach 6 Uhr. Wir machten uns dann früh auf die Socken, den 11:30Uhr ging unsere Bootstour im „Yellow Water“ los und vorher wollten wir noch was sehen. Am Ende der Wanderung durch einen Wald bekam ich noch einen richtig coolen Vogel vor die Linse. 😉 Danach waren wir im „Aboriginal Cultural Centre„, haben dort im Garten einen Kakadu beim Fressen beobachtet und sind dann zur Bootstour.
Die war richtig cool und die 72,94$ haben sich auf jeden Fall gelohnt. Krokodile hat man da natürlich auch gesehen, sowie viele Vögel, unter anderem einen Seeadler.

Wieder lebendig an Land, ging es Richtung „Maguk Waterfall„. Die schöne Wanderung wurde dann mit Badespaß in kristallklaren Wasser – ohne Krokos – gekrönt. Nicht nur das Wasser sondern die ganze Kulisse war einfach nur genial. Frisch unter dem Wasserfall „geduscht“ ging es dann zum letzten Campingplatz auf unserem Roadtrip. Da standen wir auch für lau, den mehr als Plumpsklos gab es nicht.

 

Nach der letzten Nacht im Zelt, das wir zum Glück mitbekommen haben, denn im Auto wären wir gestorben vor Hitze, ging es dann 4WD-mäßig zurück zum Highway und dann über eine andere Staubstraße zum „Gunlom Waterfall„. Allerdings mussten wir nach 10km Offroad eine Zwangspause einlegen, denn mein Dachgepäckträger hatte sich selbstständig gemacht.

Eigentlich unmöglich aber das Roof Rack hatte sich aus allen vier Halterungen gelöst und ist 10cm Richtung Motorhaube gewandert. Da staunt man nicht schlecht! Also alles runter vom Dach und irgendwo im Nirgendwo – natürlich nicht im Schatten – versucht, das Ding wieder fest zu bekommen. Ist nicht so einfach wie es sich anhört, vor allem wenn man nur einen Hammer – den habe ich übrigens in Darwin auf der Straße gefunden – und einen Leatherman als Werkzeug mit hat. Es haben auch welche angehalten und gefragt ob sie helfen können, aber es waren ca. 3 Autos von 8 – die Strecke war schon gut befahren. Am Ende konnte natürlich keiner helfen, ich brachte eigentlich auch keine Hilfe, denn in solchen Momenten muss ich mein eigenes Ding machen – kann man jetzt schlecht beschreiben aber ich weiß was ich meine. 😀 Da ich ordentliche Musik, ausreichend Wasser und genügend Raum zum sinnlosen Rumfluchen hatte, ist mir dann etwas aufgefallen, dass das Problem ohne immensen Kraftaufwand löste. Man muss wissen: zu diesem Zeitpunkt waren schon wieder 3 der 4 Halterungen befestigt, das ging auch mehr oder weniger gut. Das Problem war die vierte Halterung, dann die ganze Konstruktion steht ja unter Spannung – deswegen ist es auch eigentlich nicht möglich, den Dachgepäckträger zu verlieren. Dadurch war es unmöglich die 4. Halterung auf dem selben Weg wie die anderen 3 zu befestigen, nämlich mit „Gewalt“ in die Ösen zu zwingen. Allerdings lassen sich die Roof Racks ja in der Breite verstellen – so werden sie ja auch montiert – die Schraube dazu ist eine Kreuzschlitzschraube, ansonsten würden wir da jetzt immer noch stehen.
Nachdem der Dachgepäckträger wieder befestigt und der Scheiß vom Dach im Kofferraum lag, ging es mit stolzgeschwellter Brust 😉 weiter Richtung Wasserfall. Nachdem wir den Wasserbüffel am Straßenrand nicht gerahmt hatten – ich sage euch das war ein Fleischberg. Halleluja! – erreichten wir den Wasserfall.

Wasser fiel zwar nicht mehr viel, aber schön war es trotzdem. Da wir dort aber alleine waren, sind wir nicht richtig schwimmen gegangen. Man weiß ja nie, denn die Warnschilder vor Krokodilen stehen hier überall. Wir saßen also nur am Rand des Sees, der auch wieder kristallklar war und haben uns von den Fischen säubern lassen.
Während wir mit einem altem Ehepaar aus Queensland redeten – wir waren nicht mehr im Wasser, fiel mir im Wasser etwas auf. Als ich durch mein Fernglas sah, erkannte ich, dass es tatsächlich ein Krokodil war. Die Reaktion der Leute im Wasser, die nach uns gekommen waren, war sehr sehr ernüchternd. Die erste Frage: Ist das ein Witz? Als ich dies verneinte, fragten sie wie groß es sei – war schwer einzuschätzen den es war ja im Wasser (Größe: ca 0,5 bis 1m) – da ihnen das nicht als bedrohlich erschien, blieben die Franzosen im Wasser. Nachdem das Kroko abtauchte, ging ein Australier mit seinem kleinen Kind ins Wasser und sagte spaßhaft: „Ich fange es.“
Fassungslos gingen wir, da wir noch zu den Aussichtspunkten wollten, also hoch zum Wasserfall. Auf dem Weg informierte ich die Mitarbeitern des Zeltplatzes über das Krokodil, die meinten es sei nur ein Süßwasserkrokodil und deshalb nicht so schlimm. Die seien nicht so aggressiv wie die Salzwasserkrokodile und deshalb keine Bedrohung. Aha…

Nachdem wir die Landschaft und die gestreiften Steine oben am Wasserfall bestaunt haben, ging es zurück nach Darwin. Auf der fünfstündigen Fahrt wäre uns dann fast der Sprit ausgegangen, also mussten wir mit 80km/h und ohne Klima über 50km zurück legen, damit wir bis zur nächsten Tankstelle kamen. Dort habe ich dann für knapp 100$ 60l in den Tank gelassen – naja 2-3l kamen oben wieder raus, denn in Australien muss man selber drücken und diese Zapfsäule hat nicht von alleine abgeschaltet. Aber jetzt weiß ich endlich auch wie viel in den Tank passt: 60l vielleicht auch noch 8l mehr. Als wir nämlich an der Tanke ankamen stand der Zeiger der Tankanzeige auf E, das heißt ich hatte noch Reserve, denn der Zeiger geht noch ein Stück unter das E – er geht auch bis über F. Trotzdem war ich froh das wir es zur Tankstelle geschafft haben, es ist nicht beruhigend, wenn man fährt und fährt und fährt und der Nadel zusieht wie sie sich dem Ende nähert.

Das Problem habe ich beim nächsten Mal aber nicht mehr. 😉

  • Darwin, den 28.9.2018  15:17 ACST

2 Replies to “Tag 35 bis 38 – Kakadu NP”

  1. Das klingt alles totaaaal spannend und interessant, natürlich auch ein bisschen verrückt. Aber so kenne ich ja meinen Maurice, der kann ohne Nervenkitzel nicht, und der Mama bleibt zuhause fast das Herz stehen. Nur gut das ich nicht alles erfahre. 😉
    Bin jetzt schon neidisch, das ich nicht dabei sein kann. Hoffentlich erleben wir im Frühjahr auch so coole Sachen zusammen. Ohne wenigstens ein Känguru gesehen zu haben, fahre ich nämlich nicht wieder heim. 😛
    Ich wünsche Dir weiterhin viele tolle, coole Erlebnisse, die Begegnung mit netten und interessanten Menschen und pass gut auf Dich und Knut auf.
    Mama, die Dich lieb hat und vermisst, und im Frühjahr hofft, Dich zu erkennen unter Deinem Bart. 😛

    1. Das ganze Land ist verrückt. 😀
      Du wirst mich an der roten Trinkflasche am Gürtel erkennen. 😉

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